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| Vampirismus und Religion
1882 schliesslich erklärt Friedrich Nietsche Gott für tot. Die zunehmend rivalisierenden Nationalstaaten treten an die Stelle der konfessionellen Identitäten. In Deutschland wird Gott Vater durch den Vater Staat ersetzt. Es kommt also nicht von ungefähr, dass Abraham Stoker 1890 mit den Recherchen für 'Dracula' beginnt. Sieben Jahre später ist es soweit: Das altgläubige, sich osmanischen wie russischen Ansprüchen erwehrende Rumänien und das liberale, kulturell stabile West- und Mitteleuropa werden personifiziert und gegenübergestellt: als Graf Dracula und Abraham (!) van Helsing; als subversiver Wiedergänger und gelehrter Heilsbringer. Der Vampir als archaischer Stachel im Fleisch einer fortschrittlichen Gesellschaft, die ihr christliches Erbe nur noch als religiöse Folklore betrachtet - Abraham Stoker hat es auf den Punkt gebracht. |
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© 2011 Rainer Beel | Comments? Guestbook
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